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Die Aquaristik und die Nachhaltigkeit
Für viele Aquarianer ist ihr schön gestaltetes und mit bunten Zierfischen besiedeltes Aquarium eine wahre Augenweide. Doch nicht alle machen sich aber Gedanken, was eigentlich mit den Fischen passiert, bevor sie in deutschen Zoofachgeschäften zum Kauf angeboten werden. Der Werdegang der Fische vor der Ankunft in deutschen Aquarien stimmt nachdenklich und untermauert die in Fachkreisen immer lauter werdenden Forderungen nach verantwortungsvollem und artgerechtem Umgang mit den Zierfischen.
Etwa 10 Millionen Fische werden alljährlich aus den Weltmeeren für den Verkauf und die Ansiedlung im Aquarien entnommen. 2009 verzeichnete die Branche einen Umsatz von 350-380 Millionen Euro.  Bevor die Fische jedoch im Aquarium landen, sterben schätzungsweise 30 bis 50 Prozent von ihnen. Daran sind vor allen Dingen die rabiaten Fangmethoden schuld. Um Höhlenfische zu fangen, werden Korallenstöcke rücksichtslos aufgebrochen. Es kommt auch häufig vor, dass die Tiere mit Blausäure betäubt und dann an der Wasseroberfläche treibend eingesammelt werden. Viele werden durch das Gift so geschwächt, dass sie den Transport im Plastikbeutel nicht überleben.

Die Menge der gefangenen Fische steht in keiner Relation zu den damit von Zierfischfängern erzielten Erlösen, ist jedoch in den Dumpingpreisen begründet. In im 400 Kilometer nordwestlich von Manaus gelegenen Barcelos, der Zierfischmetropole des Amazonas, bekommen die Fischer für tausend Kardinalfische gerade einmal zehn Dollar. Im Großhandel ist der Wert dieser tausend Fische dann schon fünfzigmal höher und im Fachhandel sogar fünfhundert Mal so hoch.

Angesichts dieses Leidens- und Vernichtungsweges, sind Aquarianer um so mehr gehalten, ihren Lieblingen eine artgerechte Haltung anzubieten und durch eine verantwortungsvolle Pflege dafür Sorge zu tragen, dass die Fische lange und gesund leben. 80 Prozent aller Erkrankungen von Zierfischen gehen auf falsche Haltung zurück. In deutschen Aquarien wird statistisch gesehen viermal jährlich der kompletter Fischbestand austgetauscht. Betroffen sind davon insgesamt 320 Millionen Fische. Die Anschaffung eines Aquariums sollte also vorher gut überlegt sein, denn Zeit und Geld sind für eine richtige Haltung und Pflege der Tiere ein zwingendes Muss.
 

 

   

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